Erst wenn du "Nein" sagen kannst ist dein "Ja" etwas wert.

Niederländisches Sprichwort

 
 

Was ist ...?


Soziokratie


...ist ein bestimmtes Verfahren, um Zusammenleben und Zusammenarbeit von Mensch und Umgebung zu organisieren. Grundlage für diese Form des Organisierens ist der gleichwertige Umgang der Beteiligten miteinander und im Austausch mit der für sie wichtigen Umgebung. Umgesetzt wird dieser Ansatz durch
a) das sogenannte Konsentprinzip in der Beschlussfassung,
b) das Kreisprinzip und
c) die doppelte Verknüpfung in der Organisationsstruktur.
 

Gleichwertigkeit bei der Entscheidung


...bedeutet Beschlüsse zu fassen, bei der jedes Kreismitglied die Möglichkeit hat, eine Übermacht-Situation zu korrigieren. Gleichwertig heißt nicht gleich. Ungleichheit von Menschen und Situationen wird anerkannt; denn nur so können Bedürfnisse erfüllt werden und kann Entwicklung stattfinden.
 

Das Konsentprinzip


...ist ein Schema, das erst dann eine Entscheidung in einem Kreis als gemeinsam verabschiedet akzeptiert, wenn kein anwesendes Kreismitglied einen schwerwiegenden und begründeten Einwand gegen einen Beschluss hat. Das Konsentprinzip beugt dem Ignorieren vor. Sollte dies einmal vorkommen, so kann jederzeit korrigiert werden. Mit diesem Prinzip haben auch alle Mitglieder ungeachtet ihrer Funktion das gleichen Recht, an den Entscheidungen teilzunehmen, die sie selbst betreffen.
 

Der soziokratische Kreis


...ist eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verwirklichen wollen und regelmäßig zusammenkommen, um daran zu arbeiten. Dadurch kennen sie einander. Sie bestimmen miteinander mit Konsent die Grundsätze und Rahmenbedingungen, unter denen sie ihr gemeinsames Ziel erreichen wollen.
Im Kreis wird es möglich, die individuellen Bedürfnisse und „inneren Wirklichkeiten“ wechselseitig mit denen der Gruppe abzustimmen. Hier finden Ich-Identität und Gruppen-Identität eine Schnittmenge. Hier wird ein „WIR“ geschaffen, das Raum lässt für ein lebendiges „ICH“.
 

Grundsätze und Rahmenbedingungen (des Kreises)


...sind Richtlinien und Regeln für alle Aktivitäten, die zur Verwirklichung des gemeinsamen Zieles führen sollen. An ihrer Formulierung sind alle Kreismitglieder beteiligt.
 

Doppelte Verknüpfung


...ist eine Strategie, um das Konsentprinzip anzuwenden in Strukturen mit mehreren Kreisen und verschiedenen Hierarchie-Ebenen. Dabei nehmen wenigsten zwei Teilnehmer des unteren Kreises auch im nächsthöheren Kreis an der Beschlussfassung teil, wovon einer immer der Leiter des unteren Kreises ist. Durch die doppelte Verknüpfung können die Kreise ihre Arbeit miteinander abstimmen. Die Informationen können auf diese Weise von unten nach oben und von oben nach unten fließen.


















 


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